Verfasst von: eleucht | 31. Mai 2012

Beschleunigte Teilchen und Schwarze Löcher

Am 30. März 2010 fanden im Kernforschungszentrum CERN bei Bern Experimente mit einem Teilchenbeschleuniger statt, in deren Folge mit dem Entstehen Schwarzer Löcher gerechnet werden musste. Es wurde von vielen Seiten davor gewarnt, dass diese massereichen Gebilde unsere Welt verschlingen und zerstören könnten.

Wir schreiben inzwischen 2012, die Welt, wie wir sie kennen, existiert weiter.

Oder? Ist sie wirklich noch die gleiche?

Während im Schweizer Kernforschungszentrum der Teilchenbeschleuniger in Betrieb genommen wird, arbeitet Professor Strindbergh, ein Wissenschaftler, der sich dem Okkultismus verschrieben hat, am Fall eines bekannten Chirurgen. Dabei macht er eine seltsame Entdeckung …

Diese und weitere Kurzgeschichten anderer Autoren, die sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben, können demnächst in einem beim VSS-Verlag erscheinenden E-Book gelesen werden. Mehr dazu hier und auf der Seite des Verlages: http://62.75.219.46/shop-hschladt.html

Verfasst von: eleucht | 29. Mai 2012

Mai

Alles neu macht der Mai. So heißt es jedenfalls in einem Volkslied, dessen Text Hermann Adam von Kamp verfasst hat. Manchmal macht der Mai aber auch nur ein kleines bisschen was neu, und wir bekommen’s vielleicht gar nicht mit. Es sei denn, es ist besonders groß, besonders bedeutend oder es fällt total aus dem Rahmen. Dabei hat der Mai diesmal doch besonders viel Aufwand betrieben, um seine Neuerscheinungen anzukündigen. Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein. Und die Eisheiligen hat er auch vorbeigeschickt. Man hätte beinahe glauben können, sie wollten gar nicht mehr gehen.

Wer blind vor Eile durch die Stadt oder hinter dem Einkaufswagen durch den Supermarkt rast, dem könnte manches entgehen. Außer vielleicht die bunte Blütenpracht der Sonderangebote im Gartenbaumarkt. Aber die graue Ecke vor der alten Hausmauer, die der Mai mit frischem Grün geschmückt hat, übersieht man schnell. Der Rasen des Stadtparks ist mit dem Weiß der Gänseblümchen und dem Blau der Glockenblumen gesprenkelt, der Apfelbaum hinterm Haus entfaltet für eine Weile die weiße Pracht seiner Blüten, zwischen dem Grün der Wälder und Wiesen leuchten in strahlendem Sonnengelb die Felder.

Nun liegt der schöne Monat Mai, der das Versprechen eines großartigen Sommers mit sich trug, schon in den letzten Zügen. Neues ist längst vertraut, der goldgelbe Raps und das reifende Korn auf den Feldern rufen bereits nach dem Schnitter, der prächtigen Blüte wohnt Vergänglichkeit inne und einmal fällt auch der rotwangige Apfel unbeachtet vom Baum und fault im hohen Grase vor sich hin.

Der Mai macht vieles neu, aber nur wenig hat Bestand. Ehe man sich richtig daran erfreuen kann, ist er schon vorüber.

Verfasst von: eleucht | 14. Mai 2012

Hören, lesen und das große Fressen

Die Instrumente kommen frisch vom Markt auf die Bühne, aus einer Möhre entsteht im Handumdrehen eine Flöte, Sellerie wird zur Gitarre, für eine Trompete benötigt man nur noch etwas Paprika und eine Gurke. Wichtig: Nur frische Ware sorgt für einen frischen Sound!

Dabei heißt es doch eigentlich: Mit Essen soll man nicht spielen. Es sei denn, man macht Instrumente daraus, auf denen man spielt – wie das Vegetable Orchestra das tut. Und uns auf diesem Video vorführt:

Am Ende werden die Instrumente geschnippelt, landen in Kochtopf oder Pfanne und werden zu einem leckeren Mahl verarbeitet. Da rede noch einer von brotloser Kunst oder sage, Musik macht nicht satt. Wenn das Orchester nur groß genug ist, bekommen sogar die Zuschauer etwas vom Instrumenteneintopf ab.

Klar, Musik ist natürlich auch Geschmackssache, und wer jetzt kein Vegetarier ist, hätte dazu vielleicht gerne etwas Meat Loaf. (Sorry, aber diesen Kalauer konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen.)

Gute Argumente für alle, die das Urheberrecht abschaffen reformieren wollen und den Künstlern raten, neue Wege der Vermarktung zu gehen. Wie man sieht, ist es manchmal ganz einfach.

Als Autor könnte ich mir zum Beispiel gut vorstellen, Texte in Zukunft auf Esspapier zu schreiben und mit dem Vermerk „Nach dem Lesen zum sofortigen Verzehr bestimmt“ zu verkaufen. Auf diese Weise könnten sehr geschmackvolle Werke entstehen, die wirklich einmalig sind. Einmal gelesen und schon gegessen. Auch ein Liebesroman geht durch den Magen. Leichte Kost, kaloriendeduziert und garantiert frei von Nebenwirkungen.

Verfasst von: eleucht | 28. April 2012

Frühlingserwachen

Viel zu lange war die Jahreszeit, die wir unter dem Namen Frühling kennen, nichts anderes als ein verlängerter Winterausklang, mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und jeder Menge Niederschlag.

Nun aber legt der Frühling den Turbo ein, mit strahlend blauem Himmel, die Temperaturen kratzen die 30-Grad-Marke, ein erster Schmetterling erkundet die ersten Blüten, eine leichte Brise, die das Versprechen südlicher Wärme mit sich führt, rauscht durch die Kronen der Bäume, Gänseblümchen strecken verschämt ihre Blüten aus dem zarten Grün des frischen Grases, Spatzen tschilpen frech um die Wette, irgendwo brummt träge eine Wespe über die Wiese und reibt sich verwundert die Augen: Ja, ist denn schon Frühling?

Es wurde auch Zeit. Der Mai steht vor der Tür, und der schmückt sich gern mit frischem Birkengrün.

Verfasst von: eleucht | 25. April 2012

Die Toten Hosen – Zum 30. ins Vogtland

Ist schon verrückt, da geben die Toten Hosen in unmittelbarer Nähe ein Konzert, und man weiß nix davon. Was aber irgendwie auch wieder typisch für die spontanen Blitzaktionen der Band ist.

Hatte ich in der letzten Ausgabe des ROLLING STONE noch gelesen, dass die Toten Hosen anlässlich ihres dreißigjährigen Bühnenjubiläums wieder einmal „Wohnzimmer“-Konzerte veranstalten, und dann gewinnt tatsächlich jemand aus Plauen ein solches.

Ist irgendwie auch wieder großartig.

Gratulation – den Toten Hosen zum 30. Und (durchaus ein wenig neidvoll) den glücklichen Gewinnern in Plauen.

http://www.frankenpost.de/jugend/jugendportal/mittendrin/bei_uns/art182599,1975466

Verfasst von: eleucht | 22. April 2012

Das Model

Sie ist ein Model …, sie tritt oftmals im Doppel auf, wiegt hundertzwanzig Tonnen, zieht einen über sechshundert Meter langen Zug mit einer Last von sechzehnhundert Tonnen hinter sich her und hört auf den gefälligen Namen BR 232. Wenn sich die Nebel lichten und sie sich im klaren Licht des Tages in rußgeschwärztem Rot präsentiert, sind viele Kameras auf sie gerichtet. Sie ist an diesem Wochenende der Star – zumindest in den Augen der eisenbahnverrückten Fotografen, die weder Kosten noch Mühen scheuen und bereitwillig weite Wege in Kauf nehmen, um ihre Fahrt auf Foto und Video zu verewigen. Als würde sie nicht auf Gleisen rollen, sondern über einen roten Teppich schweben. Ganz allein zur Freude der Schienenpaparazzi.

Ihr Starauftritt währt nur wenige Tage, dann versinkt die Region wieder im sanften Schlummer des Schienenpersonennahverkehrs mit den grün weißen Triebwagen der Vogtlandbahn.

Verfasst von: eleucht | 18. April 2012

Digitale Liebesgrüße

Oder Liebesgrüße aus der digitalen Hölle. Wer weiß das schon so genau. Tatsache ist, dass die „Liebesgrüße aus dem Jenseits“ – Lit. Limbus Nr. 18 – nun auch als E-Book vorliegen. http://www.amazon.de/Liebesgr%C3%BC%C3%9Fe-Lit-Limbus-Geschichten-literarischen-ebook/dp/B007V4MS3K/ref=sr_1_1?s=digital-text&ie=UTF8&qid=1334738716&sr=1-1

Weitere neue E-Books aus der literarischen Vorhölle findet der interessierte Leser hier: http://mutzummisserfolg.wordpress.com/2012/04/18/lit-limbus-e-book-offensive/

 

Verfasst von: eleucht | 12. April 2012

Vier Herren in Schwarz – The Stranglers

Die Farbe Schwarz scheint momentan angesagt. Lit. Limbus in schwarz, schwarz ist auch die bevorzugte Farbe der Garderobe, in die sich die vier Herren der Stranglers kleiden. Zumindest bei ihren Auftritten. Die Würger aus dem englischen Guildford melden sich mit dem Album „Giants“ zurück. Auf dem Cover steht ein Mädchen vor einem galgenähnlichen Gerüst, an dem vier Schlingen baumeln. Sie werden nicht lange unbenutzt bleiben.

Die Stranglers hatten – lang ist’s her – für mich das Tor zum Punkrock weit aufgestoßen. Sieh da, dachte ich damals wahrscheinlich, es gibt auch Keyboards im Punk und Musiker, die ihre Instrumente beherrschen und richtige Melodien auf ihnen zustande bringen. Hugh Cornwell, bis 1990 Gitarrist und Sänger der Band, hatte genug Aggressivität für Stücke wie „No More Heroes“, „Something Better Change“ usw. in der Stimme.

Natürlich gehörten die Stranglers nie wirklich zum Punk. Man sortierte sie wohl vor allem wegen ihrer Auftritte in schwarzer Kleidung und der Stripeinlagen in diese Schublade. Für jemand, der sich den Dinos des Rock und des Prog Rock von Genesis, Emerson Lake & Palmer bis Pink Floyd verschrieben hatte, war der Punkrock ein Kulturschock ohnegleichen. Die Stranglers wirkten auf gewisse Weise vermittelnd. Zumindest für mich. Aber da dauerte es auch nicht mehr lange bis „Sandinista“ von den Clash erschien und die bis dahin strengen Grenzen der Genres sprengte. Ein Dreifachalbum von einer der wichtigsten Punkbands! Es mag bezeichnend sein, dass es dann auch eine Punkband wie Green Day war, die die lange verpönte Idee des Konzeptalbums aus dem Nischendasein riss und mit neuem Leben erfüllte.

Die Stranglers hatten großes Potential, was ihnen auch zu kommerziellem Erfolg verhalf, bis sie irgendwann dann allerdings in der musikalischen Belanglosigkeit versanken und sich nur noch selbst kopierten. Mit „Giants“ tauchen sie daraus wieder auf, besser denn je. Und da ist er wieder, dieser treibende Bass von J.J. Burnel, um den sich das – überraschenderweise – Instrumental „Another Camden Attention“ als Opener entwickelt. Man wird unweigerlich gepackt und mitten hinein in die Musik gerissen. Anschließend  wird man in „Freedom Is Insane“ von Wellenrauschen und einer balladesken Melodie zum Träumen verführt, aus denen man schon nach wenigen Sekunden von einem rockigen Rhythmus und Burnels Gesang gerissen wird. Man ist angekommen in der düsteren Welt der Stranglers, die sich musikalisch als ausgesprochen vielschichtig erweist, von der Hammerballade „My Fickle Resolve“ bis zum schrägen Tango „Adios“. Wem das spanisch vorkommt, der irrt nicht. Nach der straighten Rocknummer „15 Steps“ wünscht man, dass es so weitergeht, doch an dieser Stelle ist leider Schluss.

http://www.thestranglers.net/

Verfasst von: eleucht | 8. April 2012

Osterei in Schwarz

Das Osterei ist rechteckig, schwarz und hat eine pikante Füllung. Der Osterhase, der es in mein Nest legte, hieß in dem Fall Michaela Stadelmann. Das Ei stammt demzufolge direkt aus der literarischen Vorhölle, gelegt wurde es an dem Ort, der einst als Wunderwaldverlag bekannt war. Da die dunklen Mächte, die sich im Zwielicht der Fantasy tummeln, nicht totzukriegen sind, lebt der Lit. Limbus weiter. Schwarz und böse.

„Liebesgrüße aus dem Jenseits“ ist Heft Nummer 18 betitelt und stammt aus meiner Feder.

Carlisle Johnson, korpulent, Fernsehfreak, Mamas Liebling, seines Zeichens reisender Vertreter in Sachen Staubsauger, ist in einem Van unterwegs. Sein Weg führt ihn quer durch die USA, er hört Classic-Rock-Radio und wird von den Geistern und Dämonen seiner Vergangenheit verfolgt. Und Carlisle weiß, dass er ihnen nicht entkommen kann, denn zumindest einen von ihnen hat er selbst heraufbeschworen …

“Don’t Fear The Reaper …”

Und hier ist der Soundtrack zum Buch:

 

http://litlimbus.wordpress.com/

Verfasst von: eleucht | 7. April 2012

Urknalltheorien

Aus der Singularität, einem Zustand, in dem die physikalischen und damit elementaren Gesetze ihre Gültigkeit verlieren, entsteht die Idee. So wie das Universum zum Zeitpunkt des Urknalls aus auf kleinstem Raum verdichteter Materie bestand, so besteht die Idee, aus der ein Gedanke entspringt, aus extrem verdichteter geistiger Substanz – ein Gedankenblitz, der explosionsartig ins Bewusstsein drängt.

Die Frage, ob dieser Zustand von Chaos geprägt ist oder ob bereits symmetrische Formen, einem Gerüst, um das sich die Welten entwickeln, nicht unähnlich, vorherrschen, wird sich womöglich niemals klar beantworten lassen. Möglicherweise lässt sich die Heisenbergsche Unschärferelation auch auf geistige Inhalte projizieren. Das Auge des Betrachters – das Bewusstsein – wird zu diesem wie auch zu jedem anderen späteren Zeitpunkt nie mit endgültiger Gewissheit die Stellung der einzelnen Elemente dieser Welt, ihre Relation zueinander und ihre Entwicklung erkennen und definieren können, zumal der Betrachter – das Bewusstsein – allein mit seiner Existenz direkten Einfluss auf die einzelnen Objekte und Bewegungsabläufe nimmt. Eine neue Welt ist im Entstehen begriffen.

Gedanken ziehen andere Gedanken an, bilden bald schon Gedankenkonstrukte, die zunehmend an Komplexität gewinnen und weitere Ideen, Vorstellungen, Bilder und Assoziationen an sich binden. Wie die Spiralarme einer Galaxis kreisen sie um das Zentrum der ursprünglichen Idee.

In dieser anfänglichen extrem heißen Phase der Expansion, in der die Gedanken in komprimierter Form noch nahe beieinander liegen, herrscht eine hohe Fluktuation an Ideen. Gedanken, die sich so schnell bewegen, dass sie das Bewusstsein nur streifen und deswegen nicht zu fixieren, zu fassen sind. Sie bleiben als eine Art Hintergrundstrahlung bestehen. Es bedarf sehr empfindlicher Detektoren, um ihr Echo zu erkennen. Es sind Staubgebilde vergessener Welten.

Es beginnt eine Phase der Abkühlung, in der sich die Strukturen der neuen Welt bilden und ordnen und die Sphäre des Bewusstseins verlassen. Es entstehen Buchstaben, die erste Worte bilden, aus denen bald schon Sätze werden. Sie manifestieren sich als Text auf einem Medium, das elektronischer oder anderer Art (papierner zum Beispiel) sein kann.

Einem Beobachter von außerhalb – dem Schöpfer selbst oder einem Rezipienten – erschließt sich das Gesamtwerk erst über den Weg, den die einzelnen Teile bilden, die Buchstaben, die Worte, die Sätze. Voraussetzung dafür sind die Kenntnisse der elementaren Gesetzmäßigkeiten der Natur, in diesem Fall die Fähigkeit des Lesens und des Verstehens. (Wobei keineswegs gesagt ist, dass das eine das andere bedingt.) Die einzelnen Teile des Textes, in linearer Form verfolgt, formen sich im Bewusstsein des Aufnehmenden zu komplexen Welten, die dem Ursprung – der Alphawelt – ähnlich, aber nie gleich sind, denn auf die Worte und Bestandteile dieser Welt wirken stets die Erfahrungen, Ansichten und Vorstellungen des Betrachters – Lesers – ein und formen vieles neu. Die Frage, ob es sich bei den vielen unterschiedlichen Welten, die in den Augen der vielen Betrachter entstehen, um Paralleluniversen, um ein multidimensionales Universum oder um ein einziges Universum, das nur aus vielen verschiedenen Blickwinkeln gesehen wird, handelt, ist philosophischer Natur und soll hier nicht weiter verfolgt werden.

Die Expansion, geboren im Urknall des Gedankenblitzes, schreitet fort, das Universum nimmt Ausmaße an, die nicht mehr zu fassen sind.

Irgendwann wird dieses Universum wieder kollabieren, das eine schneller, das andere langsamer. Das geschieht, wenn der Text, der vielleicht in Form eines Buches vorliegt, im Altpapier endet. Irgendwann wird die Erinnerung an die geschaffenen Welten aus dem öffentlichen Bewusstsein schwinden – und in einer Singularität enden. Aus der vielleicht irgendwann etwas Neues entsteht, ein neuer Zyklus der Weltenschöpfung beginnt.

Viele der aus Gedankenblitzen geborenen Welten aber leben weiter, auch wenn sie, wie wir oben gesehen haben, sich als Abbild im Augen des Betrachters von der ursprünglichen Idee unterscheiden, manche nur marginal, manche deutlicher. Sie werden existieren und sich im Bewusstsein fortentwickeln und dabei selbst Einfluss auf das Bewusstsein nehmen, so lange es Menschen gibt.

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